Der unbezahnte Mund des Säuglings bedarf nur selten der Hilfe des Zahnarztes. Hier stehen die Unterweisungen der Eltern im Vordergrund. Eine Ausnahme bilden Infektionen der Mundhöhle, wie etwa ein Soor- oder generalisierter Herpes-Befall sowie entzündliche und nicht entzündlichen Veränderungen des Mundes und der Zunge.

Im Zeitraum vom 30. bis 72. Lebensmonat (2,5 – 6 Jahre) erfolgen bei gesetzlich Versicherten drei Früherkennungsuntersuchungen (FU) mit einem Abstand von mindestens einem Jahr.

Hierbei wird die Entwicklung der Kiefer auf einen zeitgemäßen Durchbruch der Zähne, Abweichungen von der Norm, Neubildungen usw. untersucht. Gleichfalls wird auf eine richtige Zahnpflege durch die Eltern geachtet und die Lernerfolge der Kinder geprüft.
Zu den Früherkennungsuntersuchungen kommen dann die mit halbjährlicher Regelmäßigkeit durchgeführten Kontrolluntersuchungen.

Bitte achten Sie darauf, dass landläufige Angewohnheiten, wie Nuckel- oder Löffelablecken durch Erwachsene, auch durch die Großeltern unterbleiben. So werden Karies- und Parodontosekeime übertragen.

Für die ersten Zahnarztbesuche sollte die Gelegenheit so gewählt sein, dass das Kind entspannt und ausgeschlafen ist und eine Untersuchung im Beisein von Eltern und größeren Geschwistern als spielerische Einlage erlebt. So sind auch spätere angstfreie Zahnarztbesuche möglich.

Eine Kontrolle auf richtige Zahnstellung und Kieferwachstum erfolgt bei jeder Untersuchung. Unregelmäßigkeiten werden vom Kieferorthopäden behandelt. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Praxis Dr. Zenker.

Beispiele:

Bild 01

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Fehlbildung der Zähne in Form von Zwillingsbildungen durch gemeinsame Anlage und Verwachsung von Zähnen

Bild 02

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Zungen- und Mundwinkelveränderungen im Rahmen einer Allgemeinerkrankung

Bild 03

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Gutartige Knochenveränderung

Bild 04

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Schwere und schmerzhafte Schleimhautinfektion bei einem Kleinkind

 


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OPG (Orthopantomogramm) eines frühen Wechselgebisses

Bei bestimmten Fragestellungen ist die Anfertigung eines Orthopantomogramms (OPG) notwendig. Durch Verwendung digitaler Röntgentechnik können wir diese Aufnahmen strahlungsarm erstellen.

Ein wichtiger Aspekt der Vorsorge ist die Gabe von genügend Fluorid (F-). Der natürliche Fluoridspiegel der Umwelt und aus Nahrungsmitteln reicht für eine optimale Bildung von Zähnen und Knochen während des Wachstums in vielen Regionen nicht aus. Es ist auf die Summe von allen Fluoridgaben zu achten. Das ist Aufgabe der Eltern.
Fluorid kann durch folgende Maßnahmen zugeführt werden:

  • Trinkwasserfluoridierung (intern)
  • Speisesalzfluoridierung (intern)
  • Natriumfluoridgabe über Medikamente (intern)
  • Milchfluoridierung, wie in der Schweiz (intern)
  • Fluoridhaltige Zahnpasten, Versieglungen und Zahnpflegemittel (extern)

Die Gabe von Fluoretten ist in ihrer Wirksamkeit zur Erhöhung der Kariesresistenz von Zähnen teils umstritten. Da es auch im Apatit der Knochen eingebaut wird und zu deren Stabilität beiträgt, ist eine Gabe eher zu empfehlen. Die nachfolgende Tabelle gibt Auskunft über Fluoridpräparate und altersabhängige Dosierungen.

Produkt: Hersteller: mgFluorid/
Tablette
Geschmack Dosierung: Tablettenzahl/
Packung
Fluoretten 0,25 mg Aventis 0,25 Himbeeraroma 0-3 Jahre /
1Tablette
300 Tabletten
Fluoretten 0,5mg Aventis 0,5 Himbeeraroma 3-6 Jahre / 1Tablette 300 Tabletten
Fluoretten 1mg Aventis
1
Himbeeraroma
>6Jahre / 1Tablette
300 Tabletten
Zymafluor 0,25mg
Novartis Consumer Health 0,25
Vanille
0-3 Jahre /
1Tablette
250 Tabletten
Zymafluor 0,5mg
Novartis Consumer Health 0,5
Vanille 3-6 Jahre / 1Tablette 250 Tabletten
Zymafluor 1mg
Novartis Consumer Health 1
Vanille >6Jahre / 1Tablette 250 Tabletten

Bei Einhaltung der Dosierung sind keine Nebenwirkungen, auch langfristig zu erwarten.

Fluorose (sehr selten)
Durch zuviel Fluorid (mehr als 3-5 mg/Tag) während der Schmelzbildungsphase der bleibenden Zähne bilden sich auf den Zähnen weiße bis bräunliche Flecke. Verabreichen Sie nur eine systemische Fluoridgabe, d. h. Fluoretten und/oder fluoridiertes Speisesalz  in ausreichender Menge,  bzw. abgestimmt aufeinander. Zum Putzen der Milchzähne sind Kinderzahncremes zu empfehlen, da Kinder relativ viel davon verschlucken und diese Produkte keinen Schaden anrichten.
Die Verwendung normaler fluoridhaltiger Zahnpasten sollte erst erfolgen,  wenn ihr Kind richtig ausspülen kann, spätestens mit dem Durchbrechen der ersten bleibenden Backenzähne (6-Jahr-Molaren) mit ca. 6 Jahren.